Beschwerden und Schmerzen
Die Funktion macht die Struktur, nichts im Körper ist fixiert oder fest, alles ist im Wandel und verändert sich 24h am Tag, jede Minute, jede Sekunde. Diese Veränderungen können wir mit gezieltem Training positiv beeinflussen.
Was bedeutet das? Es bedeutet, dass Strukturen im Körper (dazu zählen Muskeln, Faszie, Knochen, Organe, einfach der komplette Körper des Menschen) bei Gebrauch unterstützt, repariert, regeneriert und gestärkt werden, bei Nichtgebrauch aber verkümmern und abgebaut werden.
Beschwerden und Schmerzen sind oftmals Alarmsignale des Körpers und wollen diesen vor einer drohenden Schädigung schützen. Darum sollten wir unbedingt auf diese Signale hören und möglichst frühzeitig reagieren.
Einfach gesagt können Alarmsignale des Körpers mit Alarmlampen eines technischen Gerätes verglichen werden. Wenn zum Beispiel die Öldrucklampe beim Auto signalisiert, dass etwas mit dem Öldruck nicht stimmt und darum eine Schädigung des Motors droht, fahren wir sofort zum Spezialisten und lassen das untersuchen. Warum machen wir das beim Auto so und bei unserem eigenen Körper nicht? Wir könnten ja beim Auto auch einfach die Warnlampe mit einem Pflaster überkleben und normal weiterfahren, so wie wir es oft bei unserem Körper machen.
Erfahren Sie in den folgenden Artikeln, wie Sie viele Schmerzen, Beschwerden oder Bewegungseinschränkungen selber behandeln können.
Hinweis: Diese Anleitungen ersetzen keinen Arztbesuch!
Schmerzen Kategorien
In der Sprache des Körpers finden wir verschiedene Hinweise auf Warnungen vor Schädigungen:
Ein Überlastungsschmerz tritt auf, wenn die Muskeln und Faszie durch zu hohe Beanspruchung überstrapaziert werden. Diese Art von Schmerz dient als Warnsignal des Körpers, um die betroffenen Bereiche vor weiterer Belastung zu schützen. Typischerweise wird dieser Schmerz als tiefes Brennen empfunden, das klar auf die überbeanspruchten muskulär-faszialen Strukturen hinweist. Der Überlastungsschmerz ist somit ein wichtiges Indiz dafür, dass bestimmte Bewegungsabläufe angepasst oder das aktuelle Trainingsniveau überdacht werden sollte.
Der Alarmschmerz, der zusammen mit dem Überlastungsschmerz mehr als 90% aller Schmerzzustände ausmacht, ist oft der ausschlaggebende Grund für einen Besuch beim Arzt oder Therapeuten. Dieser Schmerztyp agiert als Frühwarnsystem des Körpers, das vor potenzieller Schädigung warnt. Er entsteht, wenn die natürliche Abnutzung die Regenerationsfähigkeit der muskulär-faszialen Gewebe übersteigt. Der Alarmschmerz bleibt auch bestehen, wenn die Schädigung bereits eingetreten und diagnostiziert ist. Durch das Erkennen dieser Schmerzen können gezielte Massnahmen ergriffen werden, um weiteren Schäden vorzubeugen und die Heilung zu fördern.
Der Schädigungsschmerz entsteht, wenn eine körperliche Struktur, die bereits zuvor durch Alarmschmerzen als gefährdet signalisiert wurde, tatsächlich Schaden nimmt. Dieser Schmerz kombiniert das Warnsignal des Alarmschmerzes mit den akuten Schmerzempfindungen der nun geschädigten Struktur selbst. Er dient dazu, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Behandlung zu schärfen und weitere Belastungen zu vermeiden.
Ein Verletzungsschmerz manifestiert sich, wenn körperliche Schäden wie Zerrungen, Prellungen, Brüche oder Risse auftreten. Dieser Schmerztyp setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem direkten Schmerz der Verletzung selbst und dem Alarmschmerz, der als zusätzliches Warnsignal dient. Gemeinsam signalisieren sie die Dringlichkeit, das betroffene Areal zu schonen und die notwendige medizinische Versorgung zu suchen.
Der Krankheitsschmerz entsteht durch Erkrankungen, die verschiedene Körperteile oder Organe betreffen, wie Tumore, Krebs, Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen oder Organentzündungen. Dieser Schmerztyp setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: dem direkten Schmerz, der durch die spezifische Erkrankung verursacht wird, und dem Alarmschmerz, der als Warnsignal für eine zugrundeliegende gesundheitliche Störung fungiert. Diese Kombination von Schmerzanteilen verdeutlicht die Vielschichtigkeit und Dringlichkeit einer medizinischen Bewertung und Behandlung.
Der Warnschmerz ist eine kurzfristige Reaktion des Körpers, die darauf abzielt, uns vor Schädigung zu schützen, und bedarf in der Regel keiner Behandlung.
Dieser Schmerztyp wird durch periphere Nozizeptoren ausgelöst, die auf chemische, mechanische oder thermische Reize reagieren. Die wahrgenommenen Informationen werden zunächst über Nervenfasern zum Rückenmark geleitet und dort auf zentrale Neurone umgeschaltet. Von dort aus gelangen die Signale über aufsteigende Nervenbahnen an Cortex und Thalamus im Gehirn, wo das Schmerzempfinden entsteht.
Parallel dazu gibt es eine direkte Reaktionsbahn, die vom Rückenmark aus motorische Nerven aktiviert. Diese bewirken eine reflektorische Reaktion, bei der das betroffene Körperteil instinktiv von der Schmerzquelle zurückgezogen wird, wie etwa die Hand, die reflexartig von einer heissen Herdplatte wegzuckt.
Schmerzen – Lexikon
Im Folgenden finden Sie kurze Abhandlungen zu spezifischen Beschwerdebildern und Schmerzen. Sollten Ihre Schmerzen hier nicht aufgeführt sein, empfehle ich Ihnen das Schmerzlexikon von Liebscher & Bracht.
Weitere Beschwerden und Schmerzen
Sie konnten keinen passenden Artikel für Ihre Beschwerden oder Schmerzen finden? Dann empfehle ich Ihnen das Schmerzlexikon von Liebscher & Bracht. Hier werden viele Schmerzen von A wie «Achillessehnenschmerz» bis Z wie «Zähneknirschen» im Detail erläutert und entsprechende Übungen empfohlen.







