BESCHWERDEN LEXIKON

Rücken-Beschwerden (unterer Rücken)

Zuerst ein wichtiger Hinweis:
Beschwerden und Schmerzen am unteren Rücken sollten in jedem Fall zuerst von einem Arzt abgeklärt werden!

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Mögliche Ursachen von Beschwerden und Schmerzen am unteren Rücken

Kurz gesagt liegen die Ursachen für Beschwerden und Schmerzen am unteren Rücken vielfach an unserer modernen Lebensweise. Wir sitzen viel, arbeiten oft in einer nach vorne gebeugten Haltung (z. B. beim Kochen, am Stehpult oder im Fitness-Center). Der fehlende Ausgleich (keine Überstreckung) «verkürzt» die Muskeln und Faszien des Hüftbeugers. Wenn Sie dann Ihre liebste Schlafposition seitlich und in einer embryo-ähnlichen Stellung ist, sind Probleme in diesem Bereich vorprogrammiert.

Folgen

Dieses ständige «Nach-Vorne-Gebäugt-Sein» führt schlussendlich dazu, dass der Körper sein muskulär-fasziales Gewebe Ihrem Bewegungs-Alltag anpasst und es vorne «kürzer» baut. Es wird ja nicht «länger» gebraucht. Der Rückenstrecker seinerseit hat die Aufgabe, den Menschen in einer stabilen und aufrechten Position zu halten. Durch die Verkürzung vorne und den Gegenzug hinten nimmt der Druck auf die Wirbelsäule stetig zu.

Die beginnende Warnung des Körpers mit einem leichten Brennen am Rücken nehmen wir kaum war. Erst ein Warnschmerz (z. B. ein «Hexenschuss») lässt uns aufhorchen.

Der Wärme-Test

In vielen Fällen kann trotz modernster Diagnoseverfahren keine Ursache für Beschwerden oder Schmerzen am unteren Rücken festgestellt werden. Ist das bei Ihnen auch der Fall, kann eine zu hohe Spannung des muskulär-faszialen Gewebes die Ursache dafür sein.

Wenn Sie vor allem bei Stress mit Rückenschmerzen reagieren, können Sie mit einem einfachen Test feststellen, ob Ihre Beschwerden vielleicht muskulär-faszialen Ursprungs sind: Wenden Sie Wärme in Form einer Bettflasche, eines Kirschensteinkissens oder eines Cold-Hot-Packs an der schmerzenden Stelle an. Hilft Ihnen diese Wärme, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass auch eine Therapie in meiner Praxis erfolgreich sein wird.

Beschwerden am unteren Rücken selber behandeln

Unbedingt beachten!

Bevor Sie mit dem Üben beginnen, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

  • Atmen Sie während der Übung ruhig und achten Sie jederzeit auf Ihren Atem! Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Atem anhalten oder sich körperlich oder mental anstrengen müssen, um die Übung auszuhalten, verringern Sie die Dehnung! Die Atmung muss während der ganzen Zeit ruhig und gleichmässig fliessen, ohne dass Sie sich auf die Atmung konzentrieren müssen.

  • Bewegen Sie sich langsam und bewusst! Geschwindigkeit (und die daraus entstehende Dynamik) kann Ihren Körper überfordern.

  • Sie dürfen sich nur langsam in die Position hinein und auch nur langsam wieder zurück aus der Position bewegen! Selbstverständlich bewegen Sie sich noch langsamer, wenn bereits eine Schädigung besteht.

  • Achten Sie bei der Durchführung der Übung stets auf die Signale Ihres Körpers! Er wird Sie mit deutlichem Alarmschmerz von Positionen abhalten, die Schädigung verursachen können.

  • Nach Operationen müssen Sie zuerst die Erlaubnis Ihres Arztes für Dehnübungen einholen!

  • Ihre Wahrnehmung darf nicht durch Medikamente, Alkohol, Drogen oder Krankheit eingeschränkt sein!

  • Die folgenden Übungen ersetzen keinen Arztbesuch! Bessern sich Ihre Beschwerden nicht, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf! Sie üben eigenverantwortlich, eine Haftung wird vom Autor ausdrücklich abgelehnt!

Nur wenn Sie dies alles beachten, dürfen Sie die Übung durchführen!

Eine Übung gegen Rücken-Beschwerden (unterer Rücken)

Eine Übung, die häufig bei Beschwerden oder Schmerzen am unteren Rücken hilft:

Regeln zum Erfolg:

  1. Üben Sie langsam um bewusst: die Atmung soll regelmässig fliessen und ein allfälliger Dehnschmerz positiv ertragbar sein. Gehen Sie langsam in die Dehnung und auch langsam wieder aus der Dehnung.
  2. Dehn-Dauer: Zwei bis zweieinhalb Minuten dehnen pro Übung sind notwendig.
  3. Regelmässigkeit: Üben Sie zweimal täglich an sechs Tagen die Woche. Ein Tag bleibt übungsfrei
  4. Geduld: Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich zu verändern. So wie die Beschwerden nicht über Nacht entstanden sind, werden Sie auch nicht über Nacht verschwinden.
  5. Zeit: Üben Sie maximal 15 Minuten pro Übungseinheit (z. B. eine Übungseinheit am Morgen, eine zweite am Abend). Wenn Sie in dieser Zeit nicht alle Übungen schaffen, macht das nichts. Zum Start der nächsten Übungseinheit beginnen Sie mit der Übung, die Sie das letzte Mal nicht gemacht haben.

Die Bauch-Übung

Reflextorium in Cham / Zug (Schweiz) | Kari Kunz | Liebscher & Bracht Übungen | Bauch-Übung | Variante an der Wand | Bild 3-1

Stellen Sie sich hüftbreit und mit etwas Abstand vor eine Wand. Legen Sie nun die Hände in Höhe Ihrer Schultern flach an die Wand (die Ellbogen sollten einen Winkel von ca. 90° aufweisen).

Ziehen Sie nun bewusst den Bauchnabel ein und führen Sie ihre Leiste immer weiter Richtung Wand. Die Ellbogen bleiben die ganze Zeit über gebeugt.

Verstärken Sie diese Dehnung nun während zwei bis zweieinhalb Minuten zunehmend. Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

Übung 2: Die Rotations-Übung im Stehen

Übung 2:
Die Rotations-Übung im Stehen

Stellen Sie sich aufrecht an eine Wand. Der wandnahe Fuss berührt die Wand. Machen die Halswirbelsäule möglichst lang indem Sie Ihr Kinn zum Kehlkopf ziehen. Halten Sie auch die Brustwirbelsäule gerade.

Drehen (rotieren) Sie sich jetzt so weit wie möglich Richtung Wand und halten Sie sich mit der Hand, ca. auf Brust-Höhe, an der Wand fest (siehe Bild).

Drehen Sie nun auch den Kopf so weit wie es ihr Körper zulässt weiter, wenn möglich unterstützen Sie diese Rotation mit Ihrer Hand am Unterkiefer (siehe Bild).

Verstärken Sie diese Dehnung nun während zwei bis zweieinhalb Minuten zunehmend, vor allem die Hand an der zieht Sie immer weiter in die Rotation hinein.

Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

Wiederholen Sie diese Übung auch unbedingt auf der anderen Seite!

Reflextorium in Cham/Zug | Kari Kunz | Liebscher-Bracht Uebungen | Rotation-Uebung | Bild 1
Reflextorium in Cham/Zug | Kari Kunz | Liebscher-Bracht Uebungen | Rotation-Uebung | Bild 1

Stellen Sie sich aufrecht an eine Wand. Der wandnahe Fuss berührt die Wand. Machen die Halswirbelsäule möglichst lang indem Sie Ihr Kinn zum Kehlkopf ziehen. Halten Sie auch die Brustwirbelsäule gerade.

Drehen (rotieren) Sie sich jetzt so weit wie möglich Richtung Wand und halten Sie sich mit der Hand, ca. auf Brust-Höhe, an der Wand fest (siehe Bild).

Drehen Sie nun auch den Kopf so weit wie es ihr Körper zulässt weiter, wenn möglich unterstützen Sie diese Rotation mit Ihrer Hand am Unterkiefer (siehe Bild).

Verstärken Sie diese Dehnung nun während zwei bis zweieinhalb Minuten zunehmend, vor allem die Hand an der zieht Sie immer weiter in die Rotation hinein.

Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

Wiederholen Sie diese Übung auch unbedingt auf der anderen Seite!

Bitte beachten!

Führen Sie die Übungen während mindestens zwei Wochen zwei Mal täglich durch und achten Sie auf Veränderungen Ihrer Beschwerden oder Schmerzen.

Gibt es eine positive Veränderung? Üben Sie weiter! Nach und nach baut ihr Körper das muskulär-fasziale Gewebe in seine ursprüngliche Struktur zurück und die Beschwerden werden weniger.

Nehmen Sie die Veränderungen eher negativ wahr, werden Ihre Beschwerden schlimmer? Üben Sie bitte auch weiter, aber viel weniger intensiv! Die Dehnung war zu stark, was Ihren Körper zu mehr Warnsignalen veranlasst.

Können Sie gar keine Veränderung feststellen, sollten Sie Ihren Arzt nochmals um genauere Untersuchungen bitten oder vereinbaren Sie einen Termin, damit wir uns das gemeinsam ansehen können.

Sie können Veränderungen positiver Art feststellen, sind aber mit dem Erreichten noch nicht zufrieden oder haben aber weitere Fragen? Oder Sie möchten noch mehr effiziente Übungen zu gleichen, ähnlichen oder ganz anderen Beschwerden kennenlernen? Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin.