Beschwerden am Fuss selber behandeln

BESCHWERDEN LEXIKON

Fuss-Beschwerden

Zuerst ein wichtiger Hinweis:
Beschwerden und Schmerzen am Fuss sollten in jedem Fall zuerst von einem Arzt abgeklärt werden!

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Unsere Füsse tragen uns durchs ganze Leben und doch behandeln wir sie oft stiefmütterlich.

Beschwerden im Fuss sind selten Zufall. In den meisten Fällen sind sie eine logische Folge unserer modernen Lebensweise. Feste Schuhe nehmen den Zehen ihre natürliche Bewegungsfreiheit. Harte, planierte Böden ersetzen unebene Naturuntergründe und langes Sitzen reduziert die funktionelle Belastung unserer Füsse auf ein Minimum.

Was dabei verloren geht, ist die natürliche Spannungsregulation.

Folgen

Die Zehen müssen kaum noch stabilisieren, der komplex aufgebaute Mittelfuss kaum noch ausgleichende Rotations- und Federbewegungen ausführen. Überstreckung und aktive Beugung im Zehen- und Sprunggelenk finden praktisch nicht mehr statt. Genau diese Bewegungen wären jedoch wichtig, um muskulär-fasziale Spannungen regelmässig abzubauen.

Bleibt dieser Ausgleich aus, erhöhen sich die Spannungen in der Fusssohle, rund um das Fussgelenk und im Fersenbereich kontinuierlich. Muskeln und Faszien passen sich an die reduzierte Bewegungsvielfalt an und verlieren an Länge und Elastizität. Es entsteht ein dauerhaft erhöhter Zug auf Knochen, Sehnen und Gelenkflächen – Schmerzen sind oft die logische Konsequenz.

Die beginnende Warnung des Körpers mit einem leichten Brennen an der Ferse oder im Fusssohlenbereich nehmen wir kaum war. Erst ein Warnschmerz, der deutlich stärker ist, lässt uns aufhorchen.

Der Wärme-Test

In vielen Fällen kann trotz modernster Diagnoseverfahren keine Ursache für Beschwerden oder Schmerzen am Fuss festgestellt werden. Ist das bei Ihnen auch der Fall, kann eine zu hohe Spannung des muskulär-faszialen Gewebes die Ursache dafür sein.

Wenn Sie vor allem bei Stress oder hoher Belastung mit Schmerzen am Fuss reagieren, können Sie mit einem einfachen Test feststellen, ob Ihre Beschwerden vielleicht muskulär-faszialen Ursprungs sind: Wenden Sie Wärme in Form eines warmen Fussbades, einer Bettflasche, eines Kirschensteinkissens oder eines warm gemachten Cold-Hot-Packs an der schmerzenden Stelle an. Hilft Ihnen diese Wärme, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass auch eine Liebscher & Bracht-Therapie in meiner Praxis erfolgreich sein wird.

Unbedingt beachten!

Bevor Sie mit dem Üben beginnen, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

  • Atmen Sie während der Übung ruhig und achten Sie jederzeit auf Ihren Atem! Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Atem anhalten oder sich körperlich oder mental anstrengen müssen, um die Übung auszuhalten, verringern Sie die Dehnung! Die Atmung muss während der ganzen Zeit ruhig und gleichmässig fliessen, ohne dass Sie sich auf die Atmung konzentrieren müssen.

  • Bewegen Sie sich langsam und bewusst! Geschwindigkeit (und die daraus entstehende Dynamik) kann Ihren Körper überfordern.

  • Sie dürfen sich nur langsam in die Position hinein und auch nur langsam wieder zurück aus der Position bewegen! Selbstverständlich bewegen Sie sich noch langsamer, wenn bereits eine Schädigung besteht.

  • Achten Sie bei der Durchführung der Übung stets auf die Signale Ihres Körpers! Er wird Sie mit deutlichem Alarmschmerz von Positionen abhalten, die Schädigung verursachen können.

  • Nach Operationen müssen Sie zuerst die Erlaubnis Ihres Arztes für Dehnübungen einholen!

  • Ihre Wahrnehmung darf nicht durch Medikamente, Alkohol, Drogen oder Krankheit eingeschränkt sein!

  • Die folgenden Übungen ersetzen keinen Arztbesuch! Bessern sich Ihre Beschwerden nicht, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf! Sie üben eigenverantwortlich, eine Haftung wird vom Autor ausdrücklich abgelehnt!

Nur wenn Sie dies alles beachten, dürfen Sie die Übung durchführen!

Übungen gegen Fuss-Beschwerden

Übungen, die häufig bei Beschwerden oder Schmerzen am Fuss helfen:

Regeln zum Erfolg:

  1. Üben Sie langsam um bewusst: die Atmung soll regelmässig fliessen und ein allfälliger Dehnschmerz positiv ertragbar sein. Gehen Sie langsam in die Dehnung und auch langsam wieder aus der Dehnung.
  2. Dehn-Dauer: Zwei bis zweieinhalb Minuten dehnen pro Übung sind notwendig.
  3. Regelmässigkeit: Üben Sie zweimal täglich an sechs Tagen die Woche. Ein Tag bleibt übungsfrei
  4. Geduld: Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich zu verändern. So wie die Beschwerden nicht über Nacht entstanden sind, werden Sie auch nicht über Nacht verschwinden.
  5. Zeit: Üben Sie maximal 15 Minuten pro Übungseinheit (z. B. eine Übungseinheit am Morgen, eine zweite am Abend). Wenn Sie in dieser Zeit nicht alle Übungen schaffen, macht das nichts. Zum Start der nächsten Übungseinheit beginnen Sie mit der Übung, die Sie das letzte Mal nicht gemacht haben.

Übung 1: Die Tiefe Waden-Übung

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Stellen Sie einen Fuss auf den Boden, resp. idealerweise auf den Liebscher & Bracht Knieretter. Der Fuss sollte ganz gerade nach vorne zeigen. Zur Stabilisation halten Sie sich an einem Stuhl fest. Sinken Sie jetzt langsam in die Knie, der Oberschenkel bleibt senkrecht zum Boden und der Oberkörper in der geraden Verlängerung zum Oberschenkel. Sinken Sie langsam tiefer um die Dehnung zu steigern.

Halten Sie diese Position für zwei bis zweieinhalb Minuten und verstärken Sie währen dieser Zeit zunehmend die Dehnung, in dem Sie tiefer sinken. Achten Sie während der ganzen Zeit auf Ihre regelmässige und ruhige Atmung! Stellen Sie fest, dass Sie den Atem anhalten müssen um den Dehnschmerz zu ertragen, gehen Sie wieder etwas höher, bis Sie wieder ruhig atmen können.

Übung 2: Die Zehenbeuger-Übung

Übung 2:
Die Zehenbeuger-Übung

Setzen Sie sich auf einen stabilen Stuhl. Legen ein Bein über das andere Knie und greifen Sie mit der gleichseitigen Hand von der Fusssohle her alle Zehen. Für die Dehnung ziehen Sie die Zehen langsam Richtung Fussrist und Schienbein.

Verstärken Sie diese Dehnung zunehmend während zwei bis zweieinhalb Minuten.

Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

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Setzen Sie sich auf einen stabilen Stuhl. Legen ein Bein über das andere Knie und greifen Sie mit der gleichseitigen Hand von der Fusssohle her alle Zehen. Für die Dehnung ziehen Sie die Zehen langsam Richtung Fussrist und Schienbein.

Verstärken Sie diese Dehnung zunehmend während zwei bis zweieinhalb Minuten.

Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

Übung 3: Die Schienbein-Zehenstrecker-Übung

Übung 3:
Die Schienbein-Zehenstrecker-Übung

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Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie ein Bein über das andere. Greifen Sie mit der anderen Hand über das Fussrist, bis Sie alle Zehen einfassen können. Rollen Sie mit Hilfe der Hand die Zehen immer weiter ein und strecken Sie so auch zunehmend den Fuss.

Steigern Sie den Zug über das Fussrist und die Zehen langsam und halten Sie diese Position für zwei bis zweieinhalb Minuten. Achten Sie auf Ihren Atem! Sie sollten immer ruhig und gleichmässig atmen können, ohne sich darauf konzentrieren zu müssen. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

Bitte beachten!

Führen Sie die Übungen während mindestens zwei Wochen zwei Mal täglich durch und achten Sie auf Veränderungen Ihrer Beschwerden oder Schmerzen.

Gibt es eine positive Veränderung? Üben Sie weiter! Nach und nach baut ihr Körper das muskulär-fasziale Gewebe in seine ursprüngliche Struktur zurück und die Beschwerden werden weniger.

Nehmen Sie die Veränderungen eher negativ wahr, werden Ihre Beschwerden schlimmer? Üben Sie bitte auch weiter, aber viel weniger intensiv! Die Dehnung war zu stark, was Ihren Körper zu mehr Warnsignalen veranlasst.

Können Sie gar keine Veränderung feststellen, sollten Sie Ihren Arzt nochmals um genauere Untersuchungen bitten oder vereinbaren Sie einen Termin, damit wir uns das gemeinsam ansehen können.

Sie können Veränderungen positiver Art feststellen, sind aber mit dem Erreichten noch nicht zufrieden oder haben aber weitere Fragen? Oder Sie möchten noch mehr effiziente Übungen zu gleichen, ähnlichen oder ganz anderen Beschwerden kennenlernen? Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin.