BESCHWERDEN LEXIKON

Kopfschmerzen und Migräne

Zuerst ein wichtiger Hinweis:
Kopfschmerzen und Migräne sollten in jedem Fall zuerst von einem Arzt abgeklärt werden!

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Mögliche Ursachen von Kopfschmerzen und Migräne

Kurz gesagt liegen die Ursachen für Kopfschmerzen und Migräne vielfach in den Errungenschaften der modernen Gesellschaft. Wir sitzen viel und schauen nur in eine Richtung. Der fehlende Ausgleich zieht den Kopf und den Nacken krumm. Die Vielfalt der möglichen Kopf- und Augenbewegungen ist im heutigen Alltag weitgehend unnötig und wird deshalb viel zu wenig genutzt.

Folgen

Diese «Nichtbewegung» führt schlussendlich dazu, dass der Körper sein muskulär-fasziales Gewebe Ihrem Bewegungs-Alltag anpasst und so der Druck auf die Bandscheiben der Halswirbelsäule zunimmt.

Die Lordose der Halswirbelsäule nimmt immer mehr zu und kann sich zu einer Hyperlordose entwickeln, die sich in einer Hyperkyphose der Brustwirbelsäule fortsetzt. Unbewegliche, fasziale Strukturen führen zu einer immer höheren Belastung der Halswirbelsäule.

Der Wärme-Test

In vielen Fällen kann trotz modernster Diagnoseverfahren keine Ursache für Kopfschmerzen oder Migräne festgestellt werden. Ist das bei Ihnen auch der Fall, kann eine zu hohe Spannung des muskulär-faszialen Gewebes die Ursache dafür sein.

Wenn Sie häufig bei Wetterwechsel oder Stress mit Kopfschmerzen oder Migräne reagieren, können Sie mit einem einfachen Test feststellen, ob Ihre Beschwerden vielleicht muskulär-faszialen Ursprungs sind: Wenden Sie Wärme in Form einer Bettflasche, eines Kirschensteinkissens oder eines Cold-Hot-Packs an der schmerzenden Stelle an. Hilft Ihnen diese Wärme, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass auch eine Therapie in meiner Praxis erfolgreich sein wird.

Kopfschmerzen und Migräne selber behandeln

Unbedingt beachten!

Bevor Sie mit dem Üben beginnen, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

  • Atmen Sie während der Übung ruhig und achten Sie jederzeit auf Ihren Atem! Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Atem anhalten oder sich körperlich oder mental anstrengen müssen, um die Übung auszuhalten, verringern Sie die Dehnung! Die Atmung muss während der ganzen Zeit ruhig und gleichmässig fliessen, ohne dass Sie sich auf die Atmung konzentrieren müssen.

  • Bewegen Sie sich langsam und bewusst! Geschwindigkeit (und die daraus entstehende Dynamik) kann Ihren Körper überfordern.

  • Sie dürfen sich nur langsam in die Position hinein und auch nur langsam wieder zurück aus der Position bewegen! Selbstverständlich bewegen Sie sich noch langsamer, wenn bereits eine Schädigung besteht.

  • Achten Sie bei der Durchführung der Übung stets auf die Signale Ihres Körpers! Er wird Sie mit deutlichem Alarmschmerz von Positionen abhalten, die Schädigung verursachen können.

  • Nach Operationen müssen Sie zuerst die Erlaubnis Ihres Arztes für Dehnübungen einholen!

  • Ihre Wahrnehmung darf nicht durch Medikamente, Alkohol, Drogen oder Krankheit eingeschränkt sein!

  • Die folgenden Übungen ersetzen keinen Arztbesuch! Bessern sich Ihre Beschwerden nicht, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf! Sie üben eigenverantwortlich, eine Haftung wird vom Autor ausdrücklich abgelehnt!

Nur wenn Sie dies alles beachten, dürfen Sie die Übung durchführen!

Übungen gegen Kopfschmerzen und Migräne

Zwei Übungen, die häufig gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen:

Regeln zum Erfolg:

  1. Üben Sie langsam um bewusst: die Atmung soll regelmässig fliessen und ein allfälliger Dehnschmerz positiv ertragbar sein. Gehen Sie langsam in die Dehnung und auch langsam wieder aus der Dehnung.
  2. Dehn-Dauer: Zwei bis zweieinhalb Minuten dehnen pro Übung sind notwendig.
  3. Regelmässigkeit: Üben Sie zweimal täglich an sechs Tagen die Woche. Ein Tag bleibt übungsfrei
  4. Geduld: Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich zu verändern. So wie die Beschwerden nicht über Nacht entstanden sind, werden Sie auch nicht über Nacht verschwinden.
  5. Zeit: Üben Sie maximal 15 Minuten pro Übungseinheit (z. B. eine Übungseinheit am Morgen, eine zweite am Abend). Wenn Sie in dieser Zeit nicht alle Übungen schaffen, macht das nichts. Zum Start der nächsten Übungseinheit beginnen Sie mit der Übung, die Sie das letzte Mal nicht gemacht haben.

Übung 1: Die Nacken-Übung

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Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl und machen die Halswirbelsäule lang (Kinn zum Kehlkopf ziehen). Halten Sie auch die Brustwirbelsäule gerade, indem Sie ihr Brustbein nach oben „ziehen“.

Drehen Sie jetzt den Kopf 45° zur linken Seite, beugen Sie den linken Ellbogen und machen Sie mit der linken Hand eine Faust. Jetzt ziehen Sie damit ihre linke Schulter nach unten.

Neigen Sie nun den Kopf zur rechten Seite, als wollten Sie das rechte Ohr „ausleeren“. Die rechte Hand platzieren Sie leicht schräg von hinten am Kopf (der rechte Mittelfinger an der Oberkante vom linken Ohr) und ziehen damit den Kopf zunehmend in die Dehnung nach vorne unten.

Verstärken Sie diese Dehnung nun während zwei bis zweieinhalb Minuten zunehmend. Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

Wiederholen Sie diese Übung auch auf der anderen Seite!

Übung 2: Die Halswirbelsäulen-Übung

Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl und machen die Halswirbelsäule lang (Kinn zum Kehlkopf ziehen). Halten Sie auch die Brustwirbelsäule gerade, indem Sie ihr Brustbein nach oben „ziehen“.

Neigen Sie den Kopf langsam nach vorne. Greifen Sie mit beiden Händen von vorne oben an den Kopf und ziehen Sie den Kopf mit den Finger¬spitzen nach vorne unten. Halten Sie dabei Ihre Brustwirbelsäule immer gerade.

Verstärken Sie diese Dehnung nun während zwei bis zweieinhalb Minuten zunehmend. Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

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Übung 2:
Die Halswirbelsäulen-Übung

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Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl und machen die Halswirbelsäule lang (Kinn zum Kehlkopf ziehen). Halten Sie auch die Brustwirbelsäule gerade, indem Sie ihr Brustbein nach oben „ziehen“.

Neigen Sie den Kopf langsam nach vorne. Greifen Sie mit beiden Händen von vorne oben an den Kopf und ziehen Sie den Kopf mit den Finger¬spitzen nach vorne unten. Halten Sie dabei Ihre Brustwirbelsäule immer gerade.

Verstärken Sie diese Dehnung nun während zwei bis zweieinhalb Minuten zunehmend. Achten Sie immer darauf, dass Sie ruhig und gleichmässig Atmen können und trotzdem eine starke Dehnung spüren. Dehnen Sie nur so weit, wie Sie nicht körperlich oder mental gegen den Dehnschmerz ankämpfen müssen.

Bitte beachten!

Führen Sie die Übungen während mindestens zwei Wochen zwei Mal täglich durch und achten Sie auf Veränderungen Ihrer Beschwerden oder Schmerzen.

Gibt es eine positive Veränderung? Üben Sie weiter! Nach und nach baut ihr Körper das muskulär-fasziale Gewebe in seine ursprüngliche Struktur zurück und die Beschwerden werden weniger.

Nehmen Sie die Veränderungen eher negativ wahr, werden Ihre Beschwerden schlimmer? Üben Sie bitte auch weiter, aber viel weniger intensiv! Die Dehnung war zu stark, was Ihren Körper zu mehr Warnsignalen veranlasst.

Können Sie gar keine Veränderung feststellen, sollten Sie Ihren Arzt nochmals um genauere Untersuchungen bitten oder vereinbaren Sie einen Termin, damit wir uns das gemeinsam ansehen können.

Sie können Veränderungen positiver Art feststellen, sind aber mit dem Erreichten noch nicht zufrieden oder haben aber weitere Fragen? Oder Sie möchten noch mehr effiziente Übungen zu gleichen, ähnlichen oder ganz anderen Beschwerden kennenlernen? Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin.

Weiterführende Links und Informationen

Zu diesem Thema finden Sie im Folgenden weitere, interessante Artikel:

Liebscher & Bracht Schmerzlexikon: Kopfschmerzen (abgerufen am 24.06.2023)

Liebscher & Bracht Soforthilfe bei Kopfschmerzen (abgerufen am 24.06.2023)

Universitätsspital Zürich: Kopfschmerzen (abgerufen am 24.06.2023)

Beobachter: Hausmittel bei Kopfschmerzen (abgerufen am 25.06.2023)